Ist Abtreibung Mord?

Umfassende Analyse zentraler Fakten

In diesem Abschnitt werden entscheidende Zahlen präsentiert, die Einblick in wesentliche Aspekte und Ergebnisse geben.

Rechtliche Lage

Hier wird erläutert, dass ein Embryo in Deutschland juristisch nicht als Person gilt und die historische Brisanz.

Biologischer Status

Dieser Abschnitt beschreibt die biologische Einordnung des Embryos als menschliches Lebewesen.

Moralische Überlegungen

Erörtert werden ethische Fragestellungen rund um das Thema Abtreibung.

Zusammenfassung

Abschließend wird eine ausgewogene Betrachtung der komplexen Thematik geboten.

Ist Abtreibung Mord? Diese Frage ist in Deutschland bereits sehr alt, schon 1998 nahm die Zeitung „Taz“¹ Stellung dazu, bereits 5 Jahre zuvor musste sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Abtreibungsparagrafen auseinandersetzen². Die Frage ob Abtreibung denn nun Mord sei wird von heutigen Feministen so gut wie immer mit einem klaren Nein beantwortet. Häufig mit dem Hinweis auf eine juristische Definition oder durch die Verwendung falscher biologischer Begriffe.
Hier wollen wir mal alle Behauptungen sorgsam neutral prüfen, um festzustellen, ob diese Aussagen stimmen und für die Antwort relevant sind.

Einwand 1: Es ist juristisch kein Mord.
Das stimmt für Deutschland tatsächlich. Der Embryo ist verfassungsrechtlich menschliches Leben³, aber keine Rechtsperson, weshalb seine Tötung rechtlich nicht als Mord, sondern als eigenständig geregelte Tat behandelt wird.
Diese Trennung Mensch ≠ Person ist aber keine naturgegebene Notwendigkeit, sondern eine nicht-objektive politische Entscheidung. In anderen Staaten wie in El Salvador, Honduras, Ägypten oder Iran wird diese Trennung nicht vorgenommen. Wer hat da nun Recht? Viel eher ist die Frage ob Abtreibung juristisch Mord ist tatsächlich irrelevant. Wenn beispielsweise Frauen in einem Land keine rechtlichen Personen wären, dürfte man diese dann töten, weil es ja kein Mord sein kann? Wir sehen also, dass diese Tatsache (Abtreibung ist juristisch kein Mord) in Deutschland zwar zutrifft, aber einfach irrelevant ist, da juristische Festlegungen weder objektiv wahr noch moralisch klärend ausgelegt sind.

Einwand 2: Mord ist aber ein juristischer Begriff
Hier kommen wir zu einem Missverständnis des Wortes „Begriff“. Begriffe sind die gedanklichen Vorstellungen oder Einheiten, welche wir mit einem Wort verbinden und welche die gemeinsamen Merkmale der Dinge oder Ideen, auf die das Wort sich bezieht, zusammenfasst. Daher ist Mord nicht nur ein juristischer Begriff, sondern auch ein religiöser und ein semantischer. Und die semantische Bedeutung von Mord ist einfach nur „die ungerechtfertigte beabsichtigte Tötung eines Menschen“³ und auf genau diese Bedeutung, also auf diesen Begriff, beziehen wir (PRO LIFE/CONTRA MORD) uns.

Einwand 3: Der Embryo/Fötus ist kein Mensch
Da Mord die Tötung eines Menschen darstellt versuchen einige Feministen zu argumentieren, dass der Embryo oder Fötus in einer Frau ja kein Mensch sei.
Das ist aber falsch. Ein Embryo und später ein Fötus sind biologisch ein Mensch, weil sie von der Spezies Homo sapiens stammen und von der Befruchtung an einen eigenständigen, wachsenden Organismus darstellen. Sie entwickeln sich selbständig nach den genetischen Vorgaben des Menschen und unterscheiden sich damit nicht grundlegend von einem geborenen Menschen. Dazu gibt es einen Konsens unter Biologen bzw. Embryologen.⁴

Einwand 4: Embryo/Fötus sind Parasiten
Dafür schauen wir uns mal die Definition von Parasiten an: Parasitismus ist eine inter-spezifische einseitige Wechselbeziehung, bei der ein Organismus (Parasit) auf Kosten eines anderen Organismus (Wirt) lebt und von diesem Ressourcen nutzt, während der Wirt geschädigt wird.5 Hier scheitern schon zwei Dinge
a) Parasit und Wirt gehören nicht zur gleichen Spezies, ist hier aber der Fall. b) Es besteht ein einseitiger Nutzen, nur der Parasit profitiert während Wirt geschädigt wird. Frauen haben aber klare biologische Vorteile durch das Kind, zum Beispiel Stammzellen-Austausch, evtl. immunologische Vorteile und besonders durch Arterhaltung. Außerdem: Wenn man die Abhängigkeit von anderen als Parasitismus definieren würde, müssten auch Behinderte, kranke Menschen oder Säuglinge als Parasiten gelten, was biologisch und ethisch offensichtlich falsch ist.

Einwand 5: Es ist nicht schlimm, weil es kein Bewusstsein hat
Es stimmt, dass ein Embryo oder Fötus in frühen Entwicklungsstadien kein Ich-Bewusstsein besitzt und nach aktuellem Wissen auch keines entwickeln kann. Allerdings kann das kein moralisch relevantes Kriterium sein:
Wenn das Fehlen von Bewusstsein die Tötung rechtfertigen würde, müsste man folgerichtig auch die Tötung von schlafenden, komatösen oder geistig/körperlich stark beeinträchtigten Menschen, deren Bewusstsein ebenso fehlt, als moralisch unproblematisch ansehen.

Erklärung: Warum ist Abtreibung aber nun meistens Mord?
Hier eine vernünftige Kette an Prämissen und die daraus gültige Schlussfolgerung:


P1 (Biologische Menschlichkeit):
Ein Embryo oder Fötus ist ein biologischer Organismus der Spezies Homo sapiens. Diese Klassifikation wird von der Biologie als empirisch gesichert anerkannt und darin nicht bestritten.
P2 (Schutzwürdigkeit des Menschen):
Jedes menschliche Lebewesen ist in vollem Umfang moralisch schützenswert. Moralische Willkür, die Schutzwürdigkeit von der Erfüllung bestimmter funktioneller Eigenschaften abhängig zu machen (z. B. Bewusstsein), führt zu einem inkonsistenten System: Schlafende, oder komatöse würden dann temporär ihren moralischen Status verlieren, was gesellschaftlich und intuitiv so nicht akzeptabel ist.
P3 (Aktives Töten):
Abtreibung ist ein gezielter Eingriff, dessen intendierte oder unmittelbar in Kauf genommene Folge der Tod des Embryos/Fötus ist. Die Handlung ist damit aktives Töten, kein bloßes Unterlassen.
P4 (Ungerechtfertigte Tötung):
Die beabsichtigte Tötung eines unschuldigen Menschen aus Gründen, die keinen moralisch legitimen Rechtfertigungsgrund darstellen, ist semantisch Mord.

Schlussfolgerung:
Abtreibung ist meistens Mord, da bei den meisten Abtreibungen
ungerechtfertigt beabsichtigt Menschen getötet werden.